Partei-Leak: 421.326 E-Mails und die Geheimnisse der AfD
Hacker haben sich Zugang zu elf Postfächern der AfD verschafft, darunter das von Alexander Gauland. Es ist der umfangreichste Leak der Parteigeschichte. Der SPIEGEL wertet die Daten aus. Was wir bisher darüber sagen können.
421.326 Mails, die erste vom 25. März 2013, die letzte vom 14. September 2026. Zusätzlich dazu über 48.000 Dokumente, die genaue Herkunft oftmals nicht ersichtlich, darunter Vorstandsprotokolle, Lohnabrechnungen, Lieferscheine zu Bestellungen im Fanshop der AfD mitsamt Privatadressen der Bestellenden. Strategiepapiere, Mitgliederlisten, Spendernamen. Es ist der umfangreichste Datenleak in der Geschichte der AfD.
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Hacker verschafften sich Zugang zu elf Mailpostfächern der Partei, unter anderem dem von Alexander Gauland. Sie erbeuteten einen riesigen Datensatz, 284 Gigabyte groß. Das Material stellten sie online zur Verfügung. Als Archiv für »Journalismus, Forschung und öffentliche Rechenschaft«, wie die Hacker schreiben. Jeder kann darauf zugreifen, auch wenn das technisch anspruchsvoll ist.
Der SPIEGEL wertet das Material mit technischer Unterstützung des Recherchenetzwerks OCCRP aus. Das Material ist umfangreich, die Analyse dauert an, aber schon jetzt lässt sich sagen: Die Daten eröffnen einen tiefen Blick in die Parteigeschichte. Sie zeigen, wie intern mit Neonazismus umgegangen wird. Und mit ihnen lassen sich Geldflüsse und Parteispender nachvollziehen.
Für die AfD ist das ein schwerer digitaler Unfall. Die Partei bestätigte den Angriff. Die Bundespartei erklärte, es seien große Datenmengen abgeflossen. Hier einige wichtige Antworten zu dem Fall im Überblick.
Weiterlesen auf spiegel.de
17. März 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
DER STANDARD
ZDF Magazin Royale
Sie verschicken falsche Bombendrohungen an Schulen, Einkaufszentren und Bahnhöfe und haben damit in Deutschland und Österreich Hunderte Polizeieinsätze ausgelöst. Oft geben sie sich als Islamisten aus. Dahinter steckt eine Szene junger Männer, in deren Zentrum die Gruppe »NWO« steht. »Was Schulen angeht, habe ich schon al-Qaida und den IS überholt«, prahlt einer von ihnen in einem Voicechat. Einzelne Opfer terrorisiert die Szene über Jahre, etwa mit falschen Notrufen. An deren Adressen kommt sie offenbar auch, indem sie die Polizei austrickst.
25. Februar 2026
DER STANDARD
Jeffrey Epstein hat mehr als 2,5 Millionen Dollar in die deutsche Onlinebank N26 investiert, als sie sich noch im Aufbau befand. Das Geld floss über zwei Risikokapitalfonds von Valar Ventures, einer von Peter Thiel mitgegründeten Investmentfirma. Das zeigen vertrauliche Investorenunterlagen und E-Mails aus den Epstein-Files. Die beiden Wiener Gründer sagen, sie hätten von der Beteiligung nichts gewusst.
11. Februar 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
DER STANDARD
Jeffrey Epstein wurde 2013 Kunde der Deutschen Bank, da war er bereits ein verurteilter Sexualstraftäter. Interne E-Mails aus den Akten des US-Justizministeriums zeigen: Die Bank kannte sein Geständnis, erfuhr später von den Aussagen Dutzender minderjähriger Mädchen und stufte ihn als »hohes Risiko« ein. Trotzdem hielt sie an ihm fest. Über mindestens 40 weitere Konten liefen Zahlungen für Epsteins Stiftung, sein Flugzeug und seine Ranch, auch an junge Frauen. Erst Ende 2018, nach neuen Medienberichten, beendete die Bank die Geschäftsbeziehung.
4. Februar 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
»Das ist Joscha Bach, mein Mann für künstliche Intelligenz«, schrieb Jeffrey Epstein 2014 an den früheren US-Finanzminister Larry Summers. Heute ist Bach einer der bekanntesten deutschen KI-Forscher, und das hat viel mit Epstein zu tun. Tausende E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge aus den Epstein-Akten zeigen: Epstein vermittelte ihn ans MIT, finanzierte den Umzug seiner Familie nach Boston und überwies ihm von 2013 bis 2019 offenbar mehr als eine Million Dollar. Bach bat ihn immer wieder um Geld, der Kontakt reichte weit ins Private.
10. September 2025
DER SPIEGEL
ZDF frontal
The Guardian
ARIJ
De Tijd
Zwei Scharfschützen der israelischen Armee sollen Kriegsverbrechen in Gaza begangen haben. Im November 2023 erschossen sie offenbar mehrere unbewaffnete Männer einer Familie, darunter einen 19-Jährigen, der den Leichnam seines Bruders bergen wollte. Videoaufnahmen belasten sie. Einer von ihnen ist ein junger Mann aus Bayern.
Ausgezeichnet mit dem True Story Award (Recherche), dem One World Media Award (News), dem National Headliner Award (3. Platz, Online Investigative Reporting) und dem AMEJA Award (Best Investigative Reporting), nominiert für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis (Magazin), auf der Shortlist der Amnesty Media Awards (Written Feature, Written Investigation)
13. März 2025
DER STANDARD
Der aus Österreich stammende Martin Held gibt sich als Westler, der in Russland eine neue Heimat gefunden hat, und hilft dem russischen Propaganda-Apparat in der EU. Recherchen zeigen, dass sein Unternehmen vom russischen Staatsfernsehen bezahlt wurde. Und an seiner Erzählung stimmt etwas nicht: Seine Familie hat sich erst vor Kurzem ein Haus in Niederösterreich gekauft.
16. Januar 2025
SWR Kultur
TRZ Media
Wikipedia ist die vielleicht wichtigste Webseite unserer Demokratie. Eine Internet-Utopie, wo jede und jeder freien Zugang zu Wissen hat. Doch das System ist fragil. Rechtsextreme haben die Offenheit Wikipedias genutzt, um Informationen und Diskurse zu manipulieren. Mutmaßlich schrieben sie mithilfe von Hunderten von Fake-Accounts Artikel zur deutschen Geschichte um, erfanden Fakten, relativierten den Holocaust. Ob die Täter wirklich gestoppt wurden, ist bis heute nicht klar. Der Podcast »Sockenpuppenzoo« nimmt ihre Spuren auf und fragt: Wer sind diese Menschen? Und können wir Wikipedia heute wirklich noch vertrauen?
Nominiert für den Prix Europa (Audio Investigation)
6. Dezember 2024
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Irgendwo im beschaulichen Berlin-Kreuzberg will sich eine Einheit aus tapferen Recken nicht damit zufriedengeben, dass die deutsche Medienlandschaft vom links-grün-woken Zeitgeist komplett verschlungen wird. Als rechtspopulistische Meinungsfreiheits-Avengers zieht das Team von »Nius« durchs Netz, um mit Artikeln, Podcasts und Video-Formaten ihre ganz eigene Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei lassen sie sich nicht von nervigen Dingen wie moralischen Prinzipien oder journalistischer Sorgfalt beirren und geben Rechtsextremen bereitwillig eine Bühne.