29. Oktober 2026
DER SPIEGEL
mitAnn-Katrin Müller,Sven RöbelundFriederike Röhreke
Rechtsextremismus: Wie die AfD hinter den Kulissen völkische Aktivisten finanziert
Die geleakten AfD-Dokumente zeigen, wie sich die Partei radikalisiert. Es werden sogar Mitglieder rechtsextremer Organisationen finanziert, mit denen die AfD offiziell nichts zu tun haben will. Der SPIEGEL hat die Daten ausgewertet.
Patrick S. und zwei Komplizen lauerten dem Mann vor seiner Garage auf, schlugen und drosselten ihn. Dann fesselten sie ihn mit Kabelbindern und durchsuchten seine Wohnung. »Blutend und vor Schmerzen wimmernd« ließen sie das Opfer zurück, gefesselt, heißt es im Urteil des Bundesgerichtshofs. Der Mann musste im Krankenhaus mehrfach ins künstliche Koma versetzt werden, um zu überleben. Das war 2020.
Sie wissen mehr darüber? Schicken Sie mir Hinweise und Dokumente – auch anonym.
Die drei Täter wurden vom Landgericht Hannover zu sechs Jahren Haft verurteilt, wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Vor Kurzem verwies der Bundesgerichtshof das Verfahren an das Landgericht zurück, um zu klären, ob die Verurteilten doch einen Tötungsvorsatz hatten. Das könnte die Strafe erhöhen.
In Untersuchungshaft ist Patrick S. allerdings nicht. Bei Behörden ist er als Neonazi bekannt. 2015 wurde er rechtskräftig verurteilt, weil er unter anderem einen Bundestagsabgeordneten der Grünen auf offener Straße attackiert hatte.
Demnächst also wird Patrick S. wieder vor Gericht stehen. In der Zwischenzeit verdient er Geld mit Grafikdienstleistungen – für die AfD.
Internen Unterlagen der Partei zufolge baute er etwa Kacheln für Social Media oder eine Anzeige, die in einer AfD-nahen Zeitung erscheinen sollte. Mindestens 4180 Euro wurden der AfD Mecklenburg-Vorpommern berechnet, zu zahlen an eine Firma, bei der seine Frau als Inhaberin angegeben ist.
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23. Oktober 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
DER STANDARD
Tages-Anzeiger
In der Affäre um illegale Wahlkampfspenden aus der Schweiz hat AfD-Chefin Alice Weidel nach Recherchen von SPIEGEL, ZDF frontal und DER STANDARD wohl Öffentlichkeit und Partei getäuscht. Das legen geleakte Mails nahe. Demnach wusste Weidel früher von Zahlungen, als sie behauptete. Ihr Sprecher teilte mit, sie revidiere »keine ihrer Aussagen in der Causa«.
21. Oktober 2026
DER SPIEGEL
Hacker haben sich Zugang zu elf Postfächern der AfD verschafft, darunter das von Alexander Gauland, und rund 300 Gigabyte Daten online gestellt: E-Mails aus mehr als 13 Jahren, dazu über 48.000 Dokumente – Vorstandsprotokolle, Strategiepapiere, Mitgliederlisten, Spendernamen. Es ist der umfangreichste Leak der Parteigeschichte. Schon jetzt zeigt sich, wie die Partei intern mit Neonazismus umgeht, und es lassen sich Geldflüsse und Spender nachvollziehen.
17. März 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
DER STANDARD
ZDF Magazin Royale
Sie verschicken falsche Bombendrohungen an Schulen, Einkaufszentren und Bahnhöfe und haben damit in Deutschland und Österreich Hunderte Polizeieinsätze ausgelöst. Oft geben sie sich als Islamisten aus. Dahinter steckt eine Szene junger Männer, in deren Zentrum die Gruppe »NWO« steht. »Was Schulen angeht, habe ich schon al-Qaida und den IS überholt«, prahlt einer von ihnen in einem Voicechat. Einzelne Opfer terrorisiert die Szene über Jahre, etwa mit falschen Notrufen. An deren Adressen kommt sie offenbar auch, indem sie die Polizei austrickst.
25. Februar 2026
DER STANDARD
Jeffrey Epstein hat mehr als 2,5 Millionen Dollar in die deutsche Onlinebank N26 investiert, als sie sich noch im Aufbau befand. Das Geld floss über zwei Risikokapitalfonds von Valar Ventures, einer von Peter Thiel mitgegründeten Investmentfirma. Das zeigen vertrauliche Investorenunterlagen und E-Mails aus den Epstein-Files. Die beiden Wiener Gründer sagen, sie hätten von der Beteiligung nichts gewusst.
4. Februar 2026
DER SPIEGEL
ZDF frontal
»Das ist Joscha Bach, mein Mann für künstliche Intelligenz«, schrieb Jeffrey Epstein 2014 an den früheren US-Finanzminister Larry Summers. Heute ist Bach einer der bekanntesten deutschen KI-Forscher, und das hat viel mit Epstein zu tun. Tausende E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge aus den Epstein-Akten zeigen: Epstein vermittelte ihn ans MIT, finanzierte den Umzug seiner Familie nach Boston und überwies ihm von 2013 bis 2019 offenbar mehr als eine Million Dollar. Bach bat ihn immer wieder um Geld, der Kontakt reichte weit ins Private.
10. September 2025
DER SPIEGEL
ZDF frontal
The Guardian
ARIJ
De Tijd
Zwei Scharfschützen der israelischen Armee sollen Kriegsverbrechen in Gaza begangen haben. Im November 2023 erschossen sie offenbar mehrere unbewaffnete Männer einer Familie, darunter einen 19-Jährigen, der den Leichnam seines Bruders bergen wollte. Videoaufnahmen belasten sie. Einer von ihnen ist ein junger Mann aus Bayern.
Ausgezeichnet mit dem True Story Award (Recherche), dem One World Media Award (News), dem National Headliner Award (3. Platz, Online Investigative Reporting) und dem AMEJA Award (Best Investigative Reporting), nominiert für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis (Magazin), auf der Shortlist der Amnesty Media Awards (Written Feature, Written Investigation)
16. Januar 2025
SWR Kultur
TRZ Media
Wikipedia ist die vielleicht wichtigste Webseite unserer Demokratie. Eine Internet-Utopie, wo jede und jeder freien Zugang zu Wissen hat. Doch das System ist fragil. Rechtsextreme haben die Offenheit Wikipedias genutzt, um Informationen und Diskurse zu manipulieren. Mutmaßlich schrieben sie mithilfe von Hunderten von Fake-Accounts Artikel zur deutschen Geschichte um, erfanden Fakten, relativierten den Holocaust. Ob die Täter wirklich gestoppt wurden, ist bis heute nicht klar. Der Podcast »Sockenpuppenzoo« nimmt ihre Spuren auf und fragt: Wer sind diese Menschen? Und können wir Wikipedia heute wirklich noch vertrauen?
Nominiert für den Prix Europa (Audio Investigation)
6. Dezember 2024
ZDF Magazin Royale
Irgendwo im beschaulichen Berlin-Kreuzberg will sich eine Einheit aus tapferen Recken nicht damit zufriedengeben, dass die deutsche Medienlandschaft vom links-grün-woken Zeitgeist komplett verschlungen wird. Als rechtspopulistische Meinungsfreiheits-Avengers zieht das Team von »Nius« durchs Netz, um mit Artikeln, Podcasts und Video-Formaten ihre ganz eigene Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei lassen sie sich nicht von nervigen Dingen wie moralischen Prinzipien oder journalistischer Sorgfalt beirren und geben Rechtsextremen bereitwillig eine Bühne.